Ruderjugend Bayern gewinnt den LVK-Pokal 2009

466 Boote am Start - Ländervergleichskampf 2010 in Rheinland-Pfalz

Bayern hat den Pokal: Siegerehrung am Bootshaus der Hanauer RG 1879. Foto: Lotz Bayern hat den Pokal: Siegerehrung am Bootshaus der Hanauer RG 1879. Foto: Lotz

Der „Pott“ glänzte nur wenige Minuten in der Nachmittagssonne. Dann verschwand er unter Dutzenden von bayerischen Rudererhänden, die den süßen Inhalt der Trophäe in Sekundenschnelle plünderten. Organisationschef Berthold Ocker hatte soeben den Gesamtsieger des Ländervergleichskampfes 2009 bekanntgegeben: Die Ruderjugend Bayern gewann hauchdünn vor dem Team aus Hessen. Dahinter folgten Rheinland-Pfalz/Saarland und Baden-Württemberg. Landesjugendleiter Moritz Petri jubelte am lautesten: In den beiden letzten Achterrennen hätten die Hessen nur jeweils einen Rang besser rudern müssen, um den Gleichstand zu erzielen – doch es reichte noch zum Triumph 2009 (zum Ergebnis 2009). Die Weiß-Blauen lagen nur 30 Zähler vor den Rot-Weißen. Im nächsten Jahr ist die Ruderjugend Rheinland-Pfalz Gastgeber der 17. gemeinsamen Regatta.

 

Der Hanauer Regattaverein, in dem die Hanauer Rudergesellschaft 1879 (HRG) und der HRC „Hassia“ zusammengeschlossen sind, richtete bereits zum sechsten Mal den Ländervergleichskampf für Nachwuchsruderer bis zur Alterklasse Junior B (U 17) aus. 380 Mädchen und Jungen aus 38 Vereinen waren an den Main gekommen. Die jüngste Teilnehmerin war zehn Jahre alt. 466 Boote gingen an den Start. Der Vorsitzende des Hanauer Regattavereins, Vorsitzender Rainer Gimplinger („Hassia“), hob bei der Siegerehrung am HRG-Bootshaus vor allem die hervorragende Arbeit des großen Helferstabs und den Einsatzwillen der jungen Athleten hervor. Die zweitägige Veranstaltung sei eine großartige Werbung für den Rudersport gewesen.

 

Organisationschef Berthold Ocker (HRG): „Ohne die Vielzahl von nahezu 100 Helferinnen und Helfern ist so eine Großveranstaltung nicht zu stemmen. Ich fand es toll, wie alle angepackt haben.“ Insgesamt neun Schiffahrtssperren waren notwendig, um die Rennen im Drei-Minuten-Takt über die 500-Meter-Strecke zu bringen. Das bedeutete gleichfalls: neunmal die insgesamt fünf Startnachen verankern und ausrichten. Er habe zwar bis zuletzt die Hoffnung gehabt, dass bei seinem Heimspiel das Team aus Hessen den Pokal gewinnt, so Ocker. Doch letztendlich habe die Faszination gezählt, die vor allem vom Sonntag mit den vielen Großboot-Rennen ausgegangen sei. „Und das ist schöner als jeder Pokalgewinn“, resümierte Ocker.

 

Bei der allgemeine Regatta zum Auftakt am Samstag zeigte das Thermometer unbehagliche neun Grad an, als die ersten Mannschaften aufs Wasser gingen. Die Vereine aus Bayern konnten an diesem Morgen die meisten Punkte vor Rheinland-Pfalz/Saarland, Hessen und Baden-Württemberg einheimsen. 38 Rennen standen auf dem Programm.

Der Zusatzwettbewerb am Sonntagmorgen war eine klare Angelegenheit für die hessischen Teilnehmer: Beim Seilklettern, Korbwerfen, Gewandtheitslauf, Ball werfen und fangen sowie Pedalolauf lagen die Rot-Weißen vor Bayern, Baden-Württemberg und Rheinlad-Pfalz/Saarland. Dem Pflichtteil auf dem Trockenen folgte am Spätvormittag die Kür auf dem Wasser bei angenehmen 16 Grad: der Ländervergleichskampf mit vereinsübergreifenden Mannschaften. Für viele war es der erste große Wettkampf überhaupt – und der erste Start mit Bootskameraden aus anderen Clubs.

 

Die Ruderjugenden der Landesverbände hatten ganze Arbeit geleistet: Sie brachten das Kunststück fertig, insgesamt 24 Achter zu nominieren, was volle Starterfelder und damit eine imposante Regattakulisse garantierte. Die Großboote aus Rheinland-Pfalz/Saarland legten insgesamt viermal am Siegersteg an und dominierten diesen Wettkampfteil überaus deutlich. Baden-Württemberg stellte zwei Siegerboote, während Hessen und Bayern mit Platzierungen vorlieb nehmen mussten.

 

In den insgesamt 85 Einer-, Zweier- und Viererrennen hatten in der Endabrechnung Bayern und Hessen mit jeweils acht Erfolgen die Bootsspitze vorn. Rheinland-Pfalz/Saarland verbuchte sechs und Baden-Württemberg drei Siege. In Punkten ausgedrückt war das Team Rheinland-Pfalz/Saarland Spitze: Es verbuchte 760 Zähler vor Bayern (690), Hessen (640) und Baden-Württemberg (460).

 

Doch es wurde nicht nur gerudert. Am Rande der Veranstaltung versammelten sich Offizielle, Sportfunktionäre und die politische Prominenz aus dem Raum Hanau zum Regattaempfang an der festlich gedeckten Tafel der HRG-Gaststätte. Der Hanauer Regattaverein konnte Vertreter der Jugendverbände und zahlreiche weitere Gäste aus Politik und Sport begrüßen: Landrat Erich Pipa (Main-Kinzig-Kreis), Landrat a.D. Karl Eyerkaufer, Landtagsabgeordneter Aloys Lenz (CDU), Stadtrat Dr. Ralf-Rainer Piesold (Hanau), Stefan Bahn (Vorsitzender Sportkreis Hanau), Hans Joachim Bezler (Leiter Hohe Landesschule Hanau), die Ehrenvorsitzenden der Hanauer Rudervereine Manfred Matzner („HRC „Hassia“), Wilfried Heuser (RC „Möve“ Großauheim), Henrik Lotz (DRV und HRG 1879) sowie die Vereinsvorsitzenden Rainer Gimplinger (HRC „Hassia“), Frank Arnold (HRG 1879) und Sebastian Malek (RC „Möve“ Großauheim).

Stefan Lotz

Der Punktestand

 

Platzierung

1.

2.

3.

4.

 

Ruderjugend

Bayern

Hessen

Rheinland-Pfalz und Saarland

Baden-Württemberg

 

Allgemeine Regatta

457

377

385

278

Zusatzwettbewerb

400

500

200

300

LVK

690

640

760

460

 

Gesamtergebnis

1547

1517

1345

1038

Rennergebnisse vom 24./25. Oktober 2009
Ergebnis LVK 2009 Hanau.pdf
Adobe Acrobat Dokument [479.0 KB]
Download

Fotogalerien und Videos

Die Bilder und Videos sind online.

Weitere Rudernachrichten auf der Homepage der Hanauer Rudergesellschaft 1879.

Nur am Starterboot lief's nicht am "Schnürchen"

Berthold Ocker. Foto: Lotz Berthold Ocker. Foto: Lotz

LVK-Organisationschef Berthold Ocker im Gespräch:

 

Das waren zwei spannende Regattatage, die wie im Flug vergingen. Wie lange haben eigentlich die Vorbereitungen gedauert?

 

Viele, viele Tage ...

 

Etwas genauer möchten wir es schon wissen ...

 

Mindestens zehn volle Arbeitstage muss man für den Vorlauf rechnen.

 

Was war die größte Herausforderung am Wochenende? Wo hat es vielleicht ein bisschen geknirscht?

 

Es hat nur ein einziges Mal geknirscht. Als wir feststellen mussten, dass wir zwar Anker für das Starterboot hatten, aber nicht die notwendigen Schnüre zum Festmachen.

 

Es gab anfänglich Bedenken wegen der knappen Rennfolge. Im Rückblick lief aber alles wunderbar.

 

Es läuft immer wunderbar, wenn man vorher etwas streng ermahnt.

 

Wie viele fleißige Helferinnen und Helfer hattest du zu dirigieren?

 

Wenn mal alles zusammenrechnet – vom Kuchenbüfett über den Zusatzwettbewerb bis zur Regatta – dann kommen locker hundert Personen zusammen.

 

Der nächste Ländervergleichskampf findet wo statt?

 

In Rheinland-Pfalz, der Ort steht aber noch nicht fest.

 

Der LVK war bis zuletzt äußerst spannend. Welche Hoffnungen hattest du bei deinem Heimspiel?

 

Die Hoffnung war natürlich, dass Hessen gewinnt. Aber letztendlich zählt die Faszination, die vor allem vom Sonntag mit den vielen Großboot-Rennen ausgeht. Und das zählt mehr als jeder Pokalgewinn.

Besucher dieser Website seit 13. Oktober 2009: